Welt 21.09.2026
12:49 Uhr

Denkwürdige Pressekonferenz – plötzlich hält ein wütender Mourinho ein DIN‑A4-Blatt hoch


Nach der Derbypleite bei Atlético liegt Real Madrid schon sechs Punkte hinter dem FC Barcelona. Trainer José Mourinho wirft dem Schiedsrichter Fehler vor und zeigt Fotos zweier Szenen.

Denkwürdige Pressekonferenz – plötzlich hält ein wütender Mourinho ein DIN‑A4-Blatt hoch

Der denkwürdige Pressekonferenz-Auftritt von José Mourinho hat Spaniens Presse an die einstigen Zeiten des Trainer-Stars bei den Königlichen erinnert. „Der alte Mourinho ist zurück“, schrieb „Mundo Deportivo“ umgehend: „Es hat sieben Ligaspiele und ein Champions-League-Spiel gedauert, bis er wieder an den erinnerte, der er gewesen war, als er Real Madrid 2013 verlassen hatte.“ Mourinho hatte bei der Pressekonferenz nach der 1:2-Pleite (verlinkt auf https://sportdaten.welt.de/fussball/spanien/spiele-und-ergebnisse/) von Real im brisanten Madrider Stadtduell bei Atlético heftig gegen die Referees gewettert – und das auf seine spezielle Weise. Bei der Frage nach dem Schiedsrichter hielt der 63-Jährige kurz inne, verschränkte die Arme und präsentierte dann ein DIN‑A4‑Blatt. Darauf abgebildet: zwei Spielszenen. „Die Geschichte der Partie ist hier“, sagte Mourinho, verzog leicht den Mund und hob die Augenbrauen. Es waren Fotos von Szenen, für die die beteiligten Spieler von Atlético die Rote Karte hätten bekommen müssen – so die Meinung des Portugiesen. Schiedsrichter (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/schiedsrichter/) Miguel Ángel Ortiz Arias und sein Gespann hatten das aber nicht so gesehen. Stattdessen hatte Reals Innenverteidiger Dean Huijsen wegen einer Notbremse die Rote Karte nach Videobeweis gesehen. Der Schiedsrichter sei ein „armer Kerl“ Der Schiedsrichterausschuss könne sich freuen, sagte Mourinho. „Denn das Ganze war sehr seltsam.“ Ortiz Arias sei ein „armer Kerl“, der mit dem Druck nicht klargekommen sei, befand der Coach, der vom Sommer 2010 an schon einmal drei Jahre lang Real trainiert hatte und vor dieser Saison zu den Königlichen zurückkehrte. „Der altbekannte Mourinho ist wieder da: Schimpftirade gegen die Schiedsrichter, Liste der Missstände, Erklärungen für die Presse …“, schrieb danach das Sportblatt „Marca“. Und „Sport“ befand: „Mourinho hat bereits die buddhistische Täuschung offenbart, mit der er nach 13 Jahren wieder nach Madrid (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/madrid/) zurückgekehrt war.“ Nach dem totalen Debakel im Derby habe er „die alte Streitaxt gegen die Schiedsrichter wieder ausgegraben. Ein Mantra, das der weiße Klub in den letzten Jahren genutzt hat, um seine verschiedenen Krisen zu verschleiern. Nebenbei griff er auf ein altes Requisit zurück: die Fotokopien“, hieß es weiter bei „Sport“. In der Tabelle rutschte Real hinter dem verlustpunktfreien FC Barcelona (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/fc-barcelona/) und Atlético sowie Real Betis Sevilla auf Rang vier ab. Sechs Punkte trennen die Königlichen bereits von Platz eins.